20. Etappe: 23. Juli 2022

Willingen – Diemelsee

Distanz: 17,2 km Aufstiege: 333 HM – Abstiege: 511 HM – Temperatur: 18° – 25° C

Offiziell beginnt die FrĂŒhstĂŒckszeit um 8 Uhr. Ich gehe bereits um 7:30 Uhr hin. Alles ist fertig und die Auswahl ist ĂŒberragend. Als Erster am BĂŒffet zu sein hat seine Vorteile, ich habe die komplette Auswahl. Alles ist von guter QualitĂ€t. Keine Wurst und KĂ€se aus Plastikverpackung. Beim Obst rĂ€ume ich alle Mangoscheiben ab.

Als ich das Hotel verlasse, wĂ€hle ich versehentlich die gestrige Strecke zum Bahnhof. Erst im Park merke ich es. Also wieder zurĂŒck zum Hotel. Nach dem Hotel geht es abwĂ€rts zum tiefsten Teil von Willingen und auf einer schmalen Straße steil den Berg wieder hoch. Ein paar vorbei fahrende Autofahrer schauen erstaunt zu mir. Hier lĂ€uft wohl niemand hoch. Von der Straße biege ich auf einen Wirtschaftsweg ab. Auch hier muss ich weiter hoch. Dann endlich eine Bank zum Verschnaufen. Eigentlich mĂŒsste hier ein schöner Blick in die Landschaft sein. Ein Stapel von BaumstĂ€mmen versperren mir aber den Blick. Erst nach einer Abbiegung ein StĂŒck weiter oben kann ich in die Ferne schauen.

Nach einigen hundert Metern erreiche ich den höchsten Punkt. Vor mir öffnet sich eine Landschaft mit tiefgrĂŒnen Wiesen, einigen gelben Getreidefelder und in der Ferne mehrere Berge. Man bezeichnet diese Gegend als „Upland“. Das kommt aus dem Niederdeutschen und steht fĂŒr Oberland oder Hochland. Was ich vor mir sehe gehört zum Hochsauerland und liegt zum grĂ¶ĂŸten Teil in Nordrhein-Westfalen.

Als ich einen Waldrand erreiche, geht es wieder abwĂ€rts und der schöne Blick in die weite Landschaft ist zu Ende. Ich nĂ€here mich dem Ort Schwalefeld. Genau im Zentrum des Ortes ist der Abstieg zu Ende. Schon von Weitem vorher erkenne ich, auf der anderen Seite muss ich wieder hoch. Und so kommt es. Es geht sogleich steil in Serpentinen hoch. Ich laufe bedĂ€chtig und mache öfters kurze Verschnaufpausen. Von einem Wirtschaftsweg wechsel ich auf einen unbefestigten Weg. Ich schwitze, diesmal nicht von der WĂ€rme, sondern von der Anstrengung. Am Ende des Weges erreiche ich eine Kreisstraße ohne Randstreifen. Der Ort Rattlar ist nur 500 Meter entfernt. Die mir entgegenkommenden Fahrzeuge fahren dicht hintereinander und mit hoher Geschwindigkeit an mir vorbei. Es braucht nur der Vordere bremsen und ein grĂ¶ĂŸerer Unfall ist perfekt. Warum immer die Eile

Im Ort verlasse ich die Kreisstraße abwĂ€rts auf einem Talweg. Links von mir Hangwiesen und rechts noch etwas tiefer liegend Weiden. Als ich ein Foto schieße, stehen plötzlich mehre junge Rinder neben mir und beĂ€ugen mich neugierig. Ich genieße den Weg mit seinen wechselnden Weiden, StrĂ€uchern, BĂŒschen und BĂ€umen. Wieder sĂ€umen einige Silberweiden einen Bachlauf. Einige Male muss ich einem Traktor ausweichen. Ansonsten begegnet mir niemand.
Am Ende des Tals geht es erneut steil bergauf. Nach mehreren Schleife beginnt der Abstieg. Schon vor dem Ort Stormbruch sehe in der Ferne Teile des Diemelsees. Ab Stormbruch laufe ich wieder auf einer Kreisstraße. Die letzten drei Kilometer sind angebrochen. Eine Joggerin und nur wenige Fahrzeuge begegnen mir. Über eine BrĂŒcke ĂŒberquere ich einen AuslĂ€ufer des Sees und schon wenig spĂ€ter herrscht ein buntes Treiben von BadegĂ€sten. Mitten im Ort und in unmittelbarer NĂ€he zum See erreiche ich mein heutiges Ziel.


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