17. Etappe: 19. Juli 2022

Wissenbach – Breidenbach

Distanz: 18,1 km Aufstiege: 331 HM – Abstiege: 245 HM – Temperatur: 20° – 39° C

Das Hotel liegt direkt an der Straße. ZunĂ€chst habe ich einen Gehweg, doch am Ortsende hört dieser auf. Das dies eine Bundesstraße ist weiß ich nicht. Nur der Verkehr ist heftig. GlĂŒcklicherweise sehe ich den Einstieg zu einem Radweg noch rechtzeitig. Erst verlĂ€uft dieser etwas entfernt von der Straße, dann direkt daneben nur abgetrennt durch Leitplanken. Etwa zwei Kilometer bin ich hier unterwegs, dann entfernt sich der Radweg und mĂŒndet neben einer Landstraße. In Eibelshausen biege ich in den Ort ein. Es geht bestĂ€ndig bergauf. In einer kleinen Straße spricht mich eine junge Frau an. Sie steht mit ihrem Sohn dort. Eine wohl befreundete Familie nimmt den Sohn mit zur Schule. Mit der jungen Frau entsteht ein nettes GesprĂ€ch. Sie bietet mir etwas zu trinken an und ich nehme dankend dieses Angebot an. Etwa ein Liter kaltes Mineralwasser trinke ich wĂ€hrend unseres GesprĂ€chs. Ihre Fragen zu meiner Wanderung sind nicht oberflĂ€chlich und ich gebe gerne Auskunft. Bei Ihrer Familie hĂ€tte ich auch ĂŒbernachten können.

Der weitere Weg durch den Ort geht bestĂ€ndig bergauf und ich muss einige kurze Verschnaufpausen einlegen. Dann erreiche ich den kĂŒhlen Waldrand und bin oberhalb des langgezogenen Ortes unterwegs. Wenig spĂ€ter erreiche ich einen schmalen Waldlehrpfad. Am Ende des kurzen Lehrpfads zeigt mein Navi nach links. Einen Weg gibt es jedoch nicht mehr. ZurĂŒck möchte ich nicht und so durchquere ich eine steil hohe Böschung mit hohem Gras und vielen vertrockneten Ästen und Zweigen immer meiner Naviroute folgend. Es ist mĂŒhsam und meine Uhr zeigt mir inzwischen 33° C an. Als ich oben angekommen bin, stoße ich auf einen quer verlaufenden Weg. Eigentlich mĂŒsste ich gerade aus weiter hoch, doch das ist unmöglich. Durch das vor mir liegende GestrĂŒpp traue ich mich nicht mehr und so nehme ich in kauf, ĂŒber eine große Schleife wieder meine Wanderroute zu erreichen.

Es ist heiß geworden. Mein Temperatursensor zeigt inzwischen 36° C an und zur Sicherheit setze ich meinen Hut auf. Der steil ansteigende Weg zwingt mich immer wieder, einen Fixpunkt anzupeilen und dort eine kurze Verschnaufpause einzulegen. Dann erreiche ich meine geplante Wanderroute. Es folgt ein Wechsel aus Waldabschnitten und Felder.

Über einen Wiesenpfad erreiche ich eine SchutzhĂŒtte an einem Modellflugplatz und dort lege ich die erste lĂ€ngere Pause im Schatten ein. Ich erreiche den nĂ€chsten Waldabschnitt und das Weiterlaufen wird mir durch umgestĂŒrzte BĂ€ume versperrt. Auch kann ich keinen Weg mehr erkennen. Noch einen Umweg möchte ich nicht laufen und so klettere ich ĂŒber die BaumstĂ€mme und suche mit meinem Navi den vermeintlichen Weg. GlĂŒcklicherweise stoße ich nach kurzer Zeit wieder auf einen begehbaren Weg.

Vorbei geht es an einem riesigen Gut mit WiesenflĂ€che fĂŒr freilaufende HĂŒhner. So steht es am Zaun, doch HĂŒhner sehe ich nicht. Vielleicht ist es ihnen auch zu heiß draußen. Nach einem kurzen Straßenabschnitt erreiche ich einen Wiesenhang und sehe auch schon, wo ich ĂŒber lĂ€ngere Strecke entlang wandern musst. Pferde oberhalb einer Weide sehen mich kommen und galoppieren in meine Richtung. Eine hohe Hecke versperrt mir leider die Sicht zu Ihnen.

Ich beobachte fasziniert Falken, die kreisend ĂŒber die Wiesen schweben. Einmal kann ich auch einen Sturzflug beobachten. Am Boden angekommen, steigt er sofort wieder auf. Dieses Beobachten vertreiben mir die Zeit und die Gedanken an die Hitze. Von den Feldern fĂŒhrt mich meine Route in den Ort Oberdieten. Unter einem Schatten spendenden Baum mit Sitzbank lege ich die nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Pause ein.

Ich erreiche eine Straße und mĂŒsste nach meiner Wanderroute dort entlang laufen. Der Verkehr ist heftig und schnell. Hier zu laufen traue ich mich nicht. Wie gerufen gibt es ein Fliesen- und SanitĂ€rgeschĂ€ft. Ich trete in das kĂŒhle GeschĂ€ft ein. Zwei Personen machen gerade Mittagspause und sind zunĂ€chst kurz angebunden. Ich bitte sie mir ein Taxi zu rufen, weil der Weg an der Straße entlang mir zu gefĂ€hrlich erscheint. Die Mitarbeiterin meint, das brauche ich nicht, denn neben dem GebĂ€ude verlĂ€uft ein Radweg und fĂŒhrt direkt zu meinem Zielort Breidenbach. Da mein Restwasser inzwischen nur noch lauwarm ist, bitte ich um frisches kaltes Wasser. Dieses bekomme ich angereichert mit Soda.

Nach der kurzen Pause im KĂŒhlen bin ich wieder bei 39° C Hitze unterwegs. Der Radweg verlĂ€uft mal dicht neben der Straße, dann wieder mit einigem Abstand zur Straße. In Breidenbach angekommen will ich abkĂŒrzen und lande auf einer extrem steil ansteigenden Straße. Immer nur ein paar Meter, dann wieder Pause. Wie ich spĂ€ter feststelle, waren es 18 % Steigung. Danach geht es weiter bergauf und ziemlich ausgepowert erreiche ich das Hotel. Das Restaurant ist noch geschlossen und so nehme ich eine große kalte Flasche Mineralwasser und eine Flasche alkoholfreies Weizenbier mit auf mein Zimmer.

Ich lege erst einmal eine lĂ€ngere Pause ein. Danach beginnt wieder die Suche nach UnterkĂŒnften und die anzupassenden Planungen meiner Wanderroute. Wieder muss ich feststellen, dass die wenigen Pensionen und Hotels entweder geschlossen oder ausgebucht sind. Erst bei Battenberg finde ich ein Hotel. Es ist heute geschlossen, doch fĂŒr meinen morgigen Übernachtungszeitpunkt wieder geöffnet. Ich kann online dort buchen. Die Wanderroute betrĂ€gt ĂŒber 27 Kilometer und so entscheide ich mich fĂŒr „Hitzefrei“ und Taxifahrt dorthin.


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